Die Schnittstelle: Arbeitserleichterung pur?

6. Juni 2016 um 13.15 Uhr
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Die Schnittstelle ist eine der wichtigsten Komponenten im Softwarebereich. Mit ihrer Hilfe lassen sich unterschiedlichste Systeme miteinander verbinden. Zudem bieten sie oftmals eine signifikante Vereinfachung bei der Pflege von – und Interaktion mit – Softwaresystemen, da sich Abläufe automatisieren lassen, welche ansonsten händisch vorgenommen werden müssten.

Egal ob CRM, CMS, App oder SaaS: moderne Softwaresysteme erlauben zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten nicht nur mit dem User, sondern auch untereinander. In der Regel sind diese Systeme bereits anhand einer sogenannten API (Application Programming Interface), welche den englischen Begriff für Schnittstelle bereits im Namen trägt, auf die Verknüpfung mit anderer Software vorbereitet.

Eine Schnittstelle kann verschiedene Eigenschaften besitzen. So kann die Kommunikation darüber etwa mono- oder bidirektional erfolgen. Nehmen wir als Beispiel ein CRM System, welches mit einer Website verknüpft ist. Auf der Website gibt es ein Anmeldeformular, welches die Besucher ausfüllen können. Möchte man sich nun also die Arbeit ersparen, sämtliche Einträge in dieses Formular manuell in das CRM zu übertragen, richtet man eine Schnittstelle ein, welche die Einträge aus dem Formular direkt in der richtigen Form in das CRM schreibt. Dies ist ein eher einfaches Beispiel – Schnittstellen können auch wesentlich komplexere Funktionen übernehmen. So kann beispielsweise ein Internetshop mit einem ERP System verbunden werden, um beide Systeme auf dem gleichen Stand zu halten, was Artikelstand oder Bestellungen betrifft.

Je komplexer und vielschichtiger die Systeme, desto mehr Aufwand fliesst in die Schnittstellenentwicklung. Meist sind solche Systeme, wie weiter oben erwähnt, bereits in dieser Hinsicht vorbereitet. Dennoch müssen etwa Felder miteinander abgestimmt werden (das sogenannte Field-Mapping): Jedes relevante Feld im Ursprungssystem muss mit dem entsprechenden Feld im Zielsystem verknüpft werden. Funktionen müssen eingerichtet und zugeordnet werden. Sind die eigenen Systeme also eher Customlösungen, oder ist die Struktur komplex, kommt man um die traditionelle, bzw. manuelle und im Detail gelöste Entwicklung der Schnittstelle kaum herum.

Geht es jedoch um kleinere Prozesse, die zudem auf Software zugreifen, die weit verbreitet ist, können sich auch einfachere und kostengünstigere Alternativen anbieten. Eine dieser Alternativen heisst Zapier. Auf zapier.com lässt sich ein guter erster Eindruck dieses Service gewinnen, welcher viele ansonsten zeitaufwändige Prozesse vereinfachen kann.

Mit Zapier lassen sich verschiedenste Applikationen auf einfache Weise miteinander verbinden. Unterstützt werden derzeit über 500 „Apps“, welche mit Zapier verknüpft werden können. Dazu setzt Zapier sogenannte „Zaps“ ein – diese sind die Verbindungen zwischen den Programmen. Das weiter oben zur Erklärung einer Schnittstelle verwendete Beispiel könnte so ein Zap sein: Eintrag im Anmeldeformular (z.B. für eine Newsletteranmeldung mit Mailchimp) erzeugt Eintrag im CRM (z.B. Salesforce).

Man erstellt also einen Zapier Account, verknüpft die zu verbindenden Softwaresysteme mit Zapier, und kann dann recht einfach über ein GUI neue Zaps erstellen, welche die gewünschten Funktionen erfüllen. Hierbei können selbst neue Zaps zusammengestellt werden, oder auch auf einen grossen Pool an bestehenden Zaps zurückgegriffen werden. Diese werden von der Community zur Verfügung gestellt – dadurch lassen sich grundlegende, immer wieder vorkommende Prozesse noch einfacher integrieren.

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Grosser Nachteil von Zapier gegenüber der traditionellen Schnittstellenentwicklung, ist die Tatsache, dass es nur mit kompatiblen Applikationen funktioniert. Das bedeutet, dass Systeme, die nicht speziell auf die Verwendung mit Zapier vorbereitet sind, nicht ohne weiteres damit verknüpft werden können. Daher bietet sich Zapier eher für kleinere Verknüpfungen an, als für komplexe Systeme, die sehr viele verschiedene Daten miteinander austauschen müssen.

Gerade für kleinere Unternehmen, die bisher nicht, oder nur in geringem Masse, in moderne IT-Lösungen – bzw. in die Automatisierung von Prozessen – investiert haben, können Schnittstellen mit einem (je nach Softwaresystem und Komplexität) relativ geringen Aufwand erhebliche Arbeitserleichterungen ermöglichen. Es lohnt sich hier also, die aktuelle Situation im Unternehmen zu analysieren und sich über entsprechende Optimierungsmöglichkeiten zu informieren.

 

_DSC5957_13x18 cmAutor:
Peter Krummenacher
Inhaber, k-webs Internet Consulting

k-webs Internet Consulting ist eine Webagentur, die sich auf die Entwicklung von Websites und Webshops, sowie auf Consulting und Online-Marketing spezialisiert.

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